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Mit Rebscheren unterwegs in Meißen

Kategorie: Allgemeines

traditionell organisiert die Weinbaugemeinschaft Meißen e. V. im Februar für interessierte
Weinliebhaber Vor-Ort-Schulungen im Weinberg zum fachgerechten Rebschnitt.

In diesem Jahr fanden gleich zwei dieser Veranstaltungen statt - bei stürmischen Wetter im Spaargebirge und eine Woche später auf dem Meißner Ratsweinberg. Es wurde sowohl der klassische als auch der sanfte Rebschnitt geschult. Beide Events fanden bei den Winzern wieder großen Zuspruch.
Doch nicht nur in den eigenen Weinbergen wurden fleißig die Reben geschnitten, es gab, wie bereits im Jahr 2021, noch eine ganz andere Herausforderung für Meißens Winzer. So wurde die Weinbaugemeinschaft Meißen angesprochen, ob sie sich vorstellen könnte, beim Rebschnitt der Weinstöcke im Stadtgebiet von Meißen professionell zu unterstützen. Es ist kaum vorstellbar, dass im Innenstadtgebiet von Meißen über 40 Weinstöcke an vielen unterschiedlichen Plätzen existieren. Für die Weinbaugemeinschaft Meißen stellt diese Aufgabe eine sehr schöne Gelegenheit dar, um damit den Charme Meißens als Weinstadt zu bewahren, auszubauen und Sachsens Kulturlandschaft etwas mehr Esprit zu verleihen.
Sonnabends trafen sich gesamt 15 Mitglieder der WBG Meißen und Mitglieder der Arbeitsgruppe Rebenpflege des Tourismusvereins Meißen, um den Rebschnitt an den betreffenden Weinstöcken auszuführen. Mit Leitern und Rebscheren ausgerüstet, wurde der erste Rebstock auf dem Marktplatz an der Tourismusinformation gemeinsam geschnitten. Danach waren 3 Gruppen in der Stadt unterwegs, um die Weinstöcke vom alten Holz zu befreien.
Gerade an diesem Tag, dem 05.März fand der erste Grünmarkt 2022 in der Stadt statt und es zog ein Hauch Frühlingsduft durch die Stadt. Dementsprechend waren etliche Einheimische und Touristen unterwegs, die gespannt und sehr aufmerksam den Winzern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauten. Nach ca. 2 Stunden intensiver Arbeit waren die Rebstöcke qualifiziert geschnitten.
Es ist erstaunlich, wie leicht sich über das Thema Wein Möglichkeiten ergeben, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Das enorme Interesse der Bürger war ein Effekt, mit dem am Morgen niemand gerechnet hatte. Eine schöne Erfahrung, wie offen, freundlich und sehr interessiert die Bewohner der Stadt Meißen doch sind.
Ein ganz besonderer Dank gebührt Frau Ender vom Tourismusverein Meißen e. V. für ihr unermüdliches Engagement bei der Organisation und der Stadt Meißen, die für Bereitstellung von Leitern, Müllsäcken, Besen, Schaufeln und den Abtransport des Schnittgutes sorgte.
Bleibt die Hoffnung, dass die Weinstöcke nicht durch unschöne Hinterlassenschaften von Tieren geschädigt werden. Freuen sich doch alle Weinfreunde auf ein gutes Weinjahr, um im Herbst gemeinsam die Trauben lesen und daraus ein gutes Tröpfchen keltern zu können.
Ein Glas Meißner Wein direkt auf dem Marktplatz oder auf dem Domplatz zu genießen, dabei auf den Weinstock zu schauen, von dem die Trauben kommen, zählt zu den angenehmen Stunden eines Winzers. Die Rebscheren haben dann mal Pause.


Katrin Thiele